Die Kurzantwort
Kurz gesagt
Ihr bestehender Kirschlorbeer darf bleiben. Sie müssen aber verhindern, dass er sich ausbreitet: vor allem die Beeren abschneiden, bevor sie reif sind, und das Schnittgut richtig entsorgen. Neu pflanzen oder verschenken dürfen Sie ihn nicht mehr.
- Gilt seit dem 1. September 2024, Anhang 2.2 der Freisetzungsverordnung.
- Gute einheimische Alternativen: Eibe, Liguster, Stechpalme, Hainbuche, Feldahorn.
Was genau gilt seit September 2024?
Der Bundesrat hat die Freisetzungsverordnung angepasst. Seit dem 1. September 2024 dürfen bestimmte invasive gebietsfremde Pflanzen nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Das heisst: nicht verkaufen, nicht verschenken, nicht vermieten und nicht importieren. Neben dem Kirschlorbeer nennt das Bundesamt für Umwelt zum Beispiel den Schmetterlingsstrauch (Sommerflieder), die Chinesische Hanfpalme («Tessinerpalme») und den Blauglockenbaum.
Bestehende Pflanzen dürfen bleiben
Pflanzen, die schon vor dem 1. September 2024 im Garten standen, müssen nicht entfernt werden. Sie dürfen weiter gepflegt und geschnitten werden. Wichtig ist, dass sie sich nicht unkontrolliert ausbreiten: Blüte möglichst verhindern oder zumindest die Beeren vor der Samenreife abschneiden, Früchte und Schnittgut sachgerecht entsorgen.
Für einige andere Pflanzen gilt ein strengeres Umgangsverbot (Anhang 2.1), etwa für den Götterbaum. Solche Pflanzen dürfen nicht mehr gepflanzt, gepflegt oder vermehrt werden. Das Bundesamt empfiehlt, invasive Pflanzen zu entfernen und durch einheimische zu ersetzen.
Warum ist Kirschlorbeer ein Problem?
Vögel fressen die Beeren und tragen die Samen in den Wald. Dort wächst der Kirschlorbeer im Schatten dicht, verdrängt einheimische Pflanzen und verhindert, dass junge Bäume nachwachsen. Dazu ist die Pflanze giftig. Für Insekten und Vögel bietet sie im Vergleich zu einheimischen Sträuchern wenig.
Welche Hecke passt zu Ihnen?
Tippen Sie an, was Ihnen wichtig ist. Es bleiben die Pflanzen stehen, die alles erfüllen.
Pflanzenwahl
Einheimische Alternativen zum Kirschlorbeer
Eibe Taxus baccata
Immergrün, sehr schnittverträglich und schattenfest. Wächst langsam, wird dafür sehr dicht. Fast alle Teile sind giftig.
Liguster Ligustrum vulgare
Behält das Laub oft bis weit in den Winter. Weisse Blüten im Frühsommer, Beeren für Vögel. Wächst zügig, verträgt Halbschatten.
Stechpalme Ilex aquifolium
Immergrün mit glänzenden Blättern, verträgt Schatten. Rote Beeren im Winter für Vögel, für Menschen giftig.
Hainbuche Carpinus betulus
Klassische Schnitthecke, wächst schnell und verträgt Schatten. Das braune Laub bleibt oft bis zum Frühling hängen und gibt auch im Winter Sichtschutz.
Feldahorn Acer campestre
Robust, wüchsig und hitzetolerant, gut für freie und geschnittene Hecken. Schöne Herbstfarbe.
Kornelkirsche Cornus mas
Gelbe Blüten schon im Februar oder März, eine der ersten Nahrungsquellen für Insekten. Essbare Früchte.
Schwarzdorn (Schlehe) Prunus spinosa
Weisse Blütenwolke im Frühling, Dornen bieten Vögeln Schutz zum Brüten. Bildet Ausläufer, eher für freie Hecken.
Eine Hecke aus mehreren Arten ist robuster und wertvoller für Tiere als eine aus nur einer Art. Welche Pflanzen zu Boden, Licht und Platz passen, klären wir bei der Besichtigung.
So ersetzen Sie eine Kirschlorbeerhecke
Schritt für Schritt
Planen und Zeitpunkt wählen
Entfernen ausserhalb der Brutzeit, also zwischen Ende August und Mitte März. Ideal ist der Herbst: Dann kann die neue Hecke gleich gepflanzt werden.
Abschnittweise vorgehen
Wer Sichtschutz braucht, ersetzt die Hecke in zwei oder drei Etappen. So entsteht nie eine grosse Lücke zum Nachbarn oder zur Strasse.
Mit Wurzeln entfernen
Die Wurzelstöcke so vollständig wie möglich ausgraben. Bleiben sie im Boden, treibt der Kirschlorbeer immer wieder neu aus. Bei alten Hecken braucht das Kraft oder eine Maschine.
Alte Kirschlorbeerhecken haben kräftige Wurzelstöcke. Wer sie von Hand ausgraben will, unterschätzt den Aufwand fast immer.
Schnittgut richtig entsorgen
Beeren und Fruchtstände gehören nicht auf den eigenen Kompost. Fragen Sie bei Entsorgung + Recycling Zürich nach, wie grössere Mengen entsorgt werden.
Boden vorbereiten und pflanzen
Boden lockern und mit Kompost verbessern. Die neue Hecke im Herbst pflanzen, dann wurzelt sie bis zum Frühling ein. In den ersten Jahren in Trockenphasen wässern.
Gibt es Geld von der Stadt?
Das Förderprogramm Stadtgrün der Stadt Zürich unterstützt unter anderem ökologische Aufwertungen auf privaten Grundstücken. Ob Ihr Vorhaben dazugehört, hängt vom Projekt ab. Wichtig: Das Gesuch muss vor Baubeginn eingereicht werden. Mehr zum Förderprogramm
Selber machen oder machen lassen?
Selber machen oder machen lassen?
Wurzelstöcke von Hand: Tage harter Arbeit.
Mit Maschine, auch bei alten Hecken.
Viel Material, Beeren dürfen nicht in den Kompost.
Wir entsorgen alles fachgerecht.
Welche Art passt zu Boden, Schatten und Platz?
Wir beraten und pflanzen passend.
Lange Lücke, bis die neue Hecke dicht ist.
Etappenweise geplant, Lücke so klein wie möglich.
Ein paar junge Pflanzen ersetzen Sie gut selbst. Eine ausgewachsene Kirschlorbeerhecke ist ein Projekt: Ausgraben, Entsorgen und Neupflanzen in einem Ablauf geht mit einem Fachbetrieb deutlich schneller.







