Die Kurzantwort
Kurz gesagt
Apfel, Birne und Quitte schneiden Sie im Spätwinter an frostfreien Tagen, meist Februar bis Anfang März. Kirsche und Zwetschge besser im Sommer nach der Ernte.
- Erst die Spitze klären, dann alles, was nach innen wächst, zuletzt die steilen Wasserschosse.
- Sauber auf Astring schneiden, keine Stummel stehen lassen.
- Lieber jedes Jahr ein wenig als alle paar Jahre radikal.
Wann schneidet man welchen Obstbaum?
- JanJanuar: möglich
- FebFebruar: ideal
- MärMärz: ideal
- AprApril: besser nicht
- MaiMai: besser nicht
- JunJuni: besser nicht
- JulJuli: möglich
- AugAugust: möglich
- SepSeptember: besser nicht
- OktOktober: besser nicht
- NovNovember: besser nicht
- DezDezember: möglich
- JanJanuar: besser nicht
- FebFebruar: besser nicht
- MärMärz: besser nicht
- AprApril: keine Hauptzeit
- MaiMai: keine Hauptzeit
- JunJuni: möglich
- JulJuli: ideal
- AugAugust: ideal
- SepSeptember: möglich
- OktOktober: besser nicht
- NovNovember: besser nicht
- DezDezember: besser nicht
Der Winterschnitt gilt vor allem für Kernobst. Wer im Herbst schneidet, regt laut der Bayerischen Gartenakademie einen stärkeren Neuaustrieb an als mit einem Schnitt im Spätwinter. Steinobst wird meist nach der Ernte geschnitten, weil die Wunden in der warmen Jahreszeit besser verheilen.
Ab März beginnt die Brutzeit. Kontrollieren Sie den Baum dann vor jedem Schnitt auf Nester.
Die drei wichtigsten Schnitte
Bei einem Baum, der regelmässig gepflegt wird, sind es fast immer dieselben drei Arten von Trieben, die weg müssen. Nehmen Sie sich zuerst Zeit und schauen Sie den Baum von allen Seiten an, bevor Sie den ersten Schnitt setzen.
Anleitung: Winterschnitt in 5 Schritten
So gehen Sie vor
Werkzeug bereitlegen
Scharfe Bypass-Schere, Astschere und eine Baumsäge. Ambossscheren quetschen das Holz, solche Wunden verheilen schlecht.
Profi-Tipp: Werkzeug vor dem Wechsel zum nächsten Baum reinigen. So werden Krankheiten nicht übertragen.
Die Spitze freistellen
Triebe, die der Stammverlängerung Konkurrenz machen, an der Basis entfernen. Der Baum braucht eine klare Spitze.
Was nach innen wächst
Triebe, die ins Kroneninnere wachsen oder sich kreuzen, wegnehmen. Licht und Luft müssen in die Krone kommen, sonst reifen die Früchte schlecht und Pilze haben leichtes Spiel.
Wasserschosse entfernen
Die steil nach oben schiessenden, langen Triebe tragen kaum Früchte. Entfernen Sie sie direkt am Ansatz.
Sauber schneiden, nicht zu viel
Auf Astring schneiden, also direkt an der leichten Verdickung am Astansatz, ohne Stummel. Bei Rückschnitten knapp über einer nach aussen zeigenden Knospe.
Wer zu viel auf einmal schneidet, bekommt im Sommer einen Wald aus neuen Wasserschossen. Faustregel: lieber jedes Jahr ein wenig.
Selber schneiden oder Profi?
Beantworten Sie fünf Fragen. Am Ende sehen Sie, ob Sie den Schnitt gut selbst machen können oder wo die Risiken liegen.
Entscheidungshilfe
Schaffe ich den Schnitt selbst?
Frage 1 von 5
Ist der Baum höher als etwa 3 m, sodass Sie auf die Leiter müssen?
Frage 2 von 5
Hängen Äste über Dach, Strasse, Weg oder eine Leitung?
Frage 3 von 5
Wurde der Baum mehrere Jahre nicht geschnitten?
Frage 4 von 5
Hat der Stamm in 1 m Höhe mehr als 80 cm Umfang, und soll stark gekürzt oder gefällt werden?
Frage 5 von 5
Haben Sie scharfe Bypass-Schere, Astschere und Baumsäge?
Gut selber machbar
Ihr Baum ist gut erreichbar und gepflegt. Mit der Anleitung oben schaffen Sie den Winterschnitt selbst. Nehmen Sie sich Zeit und schneiden Sie lieber zu wenig als zu viel.
Hier lohnt sich ein Profi
Bei Ihrem Baum gibt es Punkte, bei denen Fehler teuer oder gefährlich werden. Eine Fachperson schneidet sicher, zum richtigen Zeitpunkt und mit Blick auf die nächsten Jahre.
Der Vergleich
Selber machen oder machen lassen?
Welcher Trieb trägt nächstes Jahr? Das lernt man über Jahre.
Wir schneiden für Ertrag und gesunde Form.
Leiter im weichen Boden, Säge über Kopf.
Sichere Leitern, Seil und Erfahrung.
Bypass-Schere, Astschere, Säge, Leiter.
Bringen wir mit.
Äste zerkleinern, Container ist schnell voll.
Nehmen wir mit.
Ein junger, niedriger Baum ist ein gutes Übungsfeld. Hohe, alte oder verwilderte Bäume schneidet besser jemand, der weiss, wie der Baum in zwei Jahren aussehen soll.







